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Gewaltprävention (siehe
auch Sozialtraining)
Projekt
zur Gewaltprävention an der VGS Basbeck
Stand
April 2007
1. Einleitung
2. Umsetzung
3. Konzept
4.
Gedanken zum Zusammenhang von Sozialtraining und
5. Konflikten
6. Erwartungen
7. Ausblick
1. Einleitung
Gewaltvorkommnisse an Schulen haben erkennbar gemacht, dass Fragen der
Gewalt und Gewaltprävention an allen Schulen zum Thema des Unterrichts
gemacht werden müssen. Verschweigen von Problemen oder Wegsehen verhindern
eher die Lösung von bestehenden Problemen. Tragfähige und dauerhafte
Maßnahmen gegen Gewalt können auch nicht erst dann einsetzen, wenn etwas
geschehen ist, denn Einstellungsveränderungen können nur über längere
Prozesse erzielt werden.
Es ist
die zentrale Aufgabe der Schule, junge Menschen zu einem selbst- und
sozialverantwortlichen Handeln in der Gesellschaft zu befähigen. Insofern
geht es nicht nur darum, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu
vermitteln, sondern auch darum, bei jungen Menschen die Entwicklung von
positiven Einstellungen und Werthaltungen zu fördern und zu festigen. Dabei
stehen Toleranz und Solidarität, Gewaltlosigkeit und Rücksichtnahme,
Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein an vorderster Stelle.
Auch bei den Schülern und
Schülerinnen der Grundschule Basbeck ist verstärkt sozial auffälliges
Verhalten zu beobachten. An der Grundschule wurde neben der körperlichen
Gewalt auch eine Zunahme verbaler Aggressionen und vor allem fehlendes
gegenseitiges Einfühlungsvermögen und fehlende gegenseitige Rücksichtnahme
beobachtet.
Strafanzeigen wegen
Körperverletzung und Erpressung haben an der Grundschule Basbeck zur
Entwicklung eines eigenen Sozialtrainings geführt, um den Aggressionen der
ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler produktive Wege und feste
Kanalisierung zu eröffnen, um unakzeptable Gewalt einzudämmen.
2. Umsetzung
Neben
einer Arbeitsgruppe zur Umgestaltung des Schulhofes gründeten einige
Mitglieder des Schulelternrates und der Kontaktbeamte der Polizeistation
Hemmoor, Herr Bernhard Isele, eine Arbeitsgruppe zur Erstellung eines
Gewaltpräventionsprogramms. In Zusammenarbeit mit interessierten Lehrkräften
und der Schulleitung wurde in bislang sechs Sitzungen ein Konzept zur
Gewaltprävention entwickelt. Dabei wurden verschiedene Trainingsprogramme
geprüft. Die Arbeitsgruppe entschied sich letztlich dafür, die beiden
Konzepte „faustlos“ und „GERNIE“ (GERNIE: Gewalt – Erkennen-
Reagieren, Neuorientierung- Integrativer- Erziehung)
bei der Erstellung eines eigenen Konzeptes als Grundlage zu nutzen.
3. Konzept
Die
Arbeitsgruppe entwickelt das Konzept „Starke Schüler schlagen nicht“,
das aus vier Säulen besteht:
1.
Schülerinnen und Schüler
1.1. Streitschlichterprogramm
1.2. Pausenausleihe
1.3. Bücherausleihe
1.4. Ordnungsdienst
1.5. Klassensprecher
1.6. Klassenrat
1.7. Schülerrat
1.8. Patenschaften für 1. Klassen
2.
Eltern
2.1. Elternschule, Wertevermittlung
2.2. Elternabende zum Thema Gewaltprävention
2.3. Arbeitskreise
2.4. Elternvertrag
2.5. Zusammenarbeit mit Lehrkräften
3.
Lehrkräfte
3.1. Projektwochen
3.2. Spiel- und Sportfeste
3.3. Austausch auf Dienstbesprechungen und in
3.4. Konferenzen
3.5. Zusammenarbeit mit Eltern
3.6. Thematisierung von Gewalt und Aggression im Unterricht
4.
Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen
4.1. Polizei
4.2. Schulpsychologie
4.3. Kinderschutzbund
4.4. Jugendhilfestation
4.5. Erziehungsberatungsstelle
4.6. Jugendamt
4.7. Jugendtreff
4.8. Kindergarten
4. Gedanken zum Zusammenhang von Sozialtraining und Konflikten
Als
Grundlage für das Sozialtraining dient ein positiver Konfliktbegriff:
Konflikte sind etwas Normales im Zusammenleben der Menschen. Sie sind ein
wichtiges Signal, dass etwas nicht stimmt und sie bieten die Chance zu
Entwicklung und Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen.
Gewalt
ist meistens das Ergebnis von Konflikten, nicht die Ursache.
Es gibt
drei Wege zur Lösung eines Konfliktes:
1.Die Macht-Lösung ( eine übergeordnete Instanz beendet den Streit –
Lehrkraft, Rektor)
2.Die Regel-Lösung ( sich auf anerkannte Regeln berufen und daraus
ableiten lassen, wer im Recht ist- Lehrkraft, Rektor)
3.Die Interessen–Lösung ( gemeinsam eine beide Seiten zufriedenstellende
Lösung finden = Kompromiss – allein oder mit Hilfe eines Schlichters,
MitschülerInnen, Lehrkraft, Rektor)
Ein
entsprechendes Konfliktlösungsverhalten erreicht man aber nur, wenn man bei
den Kindern die grundlegenden Fähigkeiten dafür trainiert.
Die
Aufgabe der pädagogischen Institution Schule besteht darin, den
Aggressionen der ihr anvertrauten Schülern und Schülerinnen produktive Wege
und feste Kanalisierungen zu eröffnen.
Sozialtrainingsstunden bilden also nicht nur für die soziale Entwicklung des
einzelnen Kindes die Grundlage, sondern sind die Basis für das Zusammenleben
aller Menschen an der Grundschule Basbeck.
5. Erwartungen
Die
Vorbereitung der Stunden erfolgt im Team, wie es an unserer Schule üblich
ist.
Über
Schwierigkeiten und Stärken wird innerhalb der Jahrgangsgruppe offen
geredet.
Die
Arbeit in den Vorbereitungsgruppen wirkt sich integrierend auf jüngere und
ältere Kolleginnen aus und damit positiv auf die Atmosphäre im Kollegium.
Durch
die Stunden können die Kinder ihre Gefühle besser erkennen und benennen.
Die
Kinder entwickeln im Laufe des Trainings ein verbessertes Verhältnis
untereinander.
Außenseiter werden besser integriert, weil sie sich darauf einlassen, mit
jedem die Übungen durchzuführen.
Unruhige oder aggressive Kinder sind weniger auffällig, da sie sich besser
wahrgenommen und akzeptiert fühlen.
Zurückhaltende Kinder sind mutiger, äußern sich im Sitzkreis oder übernehmen
Rollen beim Rollenspiel.
Das
Lernklima verbessert sich insgesamt.
Bisher
unter der Oberfläche liegende Konflikte brechen auf und können bearbeitet
werden.
6. Ausblick
Im
Rahmen einer SchiLF wird das Kollegium durch eine Moderatorin auf die
Methodik des Sozialtrainings nach dem GERNIE- Konzept vorbereitet.
Zwei
Kolleginnen werden sich zu Multiplikatoren für das Projekt „faustlos“
ausbilden lassen.
Im
weiteren Verlauf wird die Ausbildung von Streitschlichtern aus der
Schülerschaft geprüft.
Thematisierung von Gewalt und Aggression im Unterricht
Im
Unterricht soll bereits mit Beginn der Schulzeit das Thema Aggression und
Gewalt thematisiert werden. Hierzu dienen die Sequenzen:
1.
Schuljahr 2. Schuljahr
Ordnung
im Klassenzimmer Wer macht was?
Gestaltung der Klasse Ordnung auf dem
Schulhof
Fairness in Sport und Spiel Fairness in Sport und
Spiel
Verhalten im Schulbus Welt der Gefühle
Kinder
meiner Klasse Nein sagen
Wie
kann ich helfen?
Gemeinschaftsaspekte
„Nein“
sagen
3.
Schuljahr 4. Schuljahr
Klassenregeln sind notwendig Patenschaften für 1.
Klassen
Schulregeln sind notwendig Mein Körper- meine Gefühle
Kummerkasten Kummerkasten
Fairness Fairness
Ordnungsdienst auf dem Schulhof Pausenspielausleihe
Klassensprecher Klassensprecher
Klassenrat Klassenrat
GERNIE- Training GERNIE – Training
Faustlos- Training Faustlos- Training
Sexualerziehung
Die
Themenabfolge nach dem GERNIE- Programm :
1.
Phase Kontakt, Vertrauen entwickeln, Kennenlernen
2.
Phase Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung
3.
Phase Selbstwertgefühl
4.
Phase Körpergefühl, Berührungen wahrnehmen
6.
Phase Selbstbehauptung mit den Unterthemen
Grenzen setzen und Forderungen stellen
7.
Phase Kommunikation
8.
Phase Kooperation
9.
Phase Konfliktlösung
10.
Phase Abschluss
Polizei
Im Juni
2007 wird das Puppentheater der Polizei ein Stück über Gewalt für die 2. bis
4. Klassen der Grundschule Basbeck aufführen.
Herr
Isele wird im Rahmen seiner Zusammenarbeit zu Beginn des Schuljahres 2007/08
in mehreren Klassen zum Thema Gewaltprävention ein Impulsreferat halten.
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